Record of the Week: Rick Ross – Deeper Than Rap

Der Boss ist zurück – Das Schwergewicht aus Miami legt mit Deeper Than Rap sein drittes Soloalbum vor. Soloalbum? Ja, Soloalbum, obwohl die Anzahl an Features, wie auch schon bei den Vorgängern, diese Bezeichnung grenzwertig erscheinen lässt. Kanye West, Lil Wayne, Nas, John Legend, T-Pain, Robin Thicke, Ne-Yo – Ross versammelt mal wieder alles, was Rang und Namen hat auf seiner Scheibe und muss sich somit auch nicht zu sehr auf sein eigenes Talent als Wortschmied verlassen. Die Jungs von J.U.S.T.I.C.E. League, die mit ihren Produktionen unter anderem auch schon ein Grammy einheimsen konnten, zeichnen sich für den Großteil der Beats verantwortlich. In Sachen Rhymes gibt es kaum etwas, dass man nicht schon einmal gehört hat. Ross rappt über seine Vergangenheit als Hustler und den Lifestyle, den er sich aufgrund seiner Geschäfte als Drogenboss und Rapper erlauben kann. Die Glaubwürdigkeit sei an dieser Stelle dahingestellt. So kursieren doch seit geraumer Zeit Gerüchte in der Szene, dass Rick Ross vor seiner Rapkarriere als Justizvollzugsbeamter tätig war und das Leben als Drogenbaron lediglich aus den Erzählungen seiner Insassen kennt.
Nichtsdestotrotz zeigt Ross auch im dritten Anlauf wieder, dass er verstanden hat, was heutzutage im amerikanischen Mainstream-HipHop ein hörenswertes und potenziell erfolgreiches Album ausmacht: ein ansprechender Klangteppich, produziert von den heißesten Produzenten und reihenweise Features von noch heißeren Künstlern. Dass dieses Werk als Meilenstein in die HipHop-Geschichte eingehen wird, wage ich an dieser Stelle eher zu bezweifeln. Trotzdem ist »Deeper Than Rap« ein solides Album, das aus den bisherigen Releases des Jahres 2009 heraussticht. In den Läden steht das gute Stück übrigens seit dem 17. April.

Anspieltipps: Maybach Music 2, Usual Suspects, Valley of Death.

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